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ZauberSalon am 13. September 2011:
doch länger! Der Zaubersalon konnte für diesen Abend als neuen Mitarbeiter Jolly Roger engagieren, der vor dem eigentlichen Programm das Publikum über den Ablauf des Abends informierte. Dieser Kollege hat seine besten Jahre eigentlich schon lange hinter sich, doch auch Totenköpfe können zu Rockmusik singen, wenn sie in Stimmung sind. ![]() Der Abend mit den lebenden Mitwirkenden begann mit Peter Gunn in der Close-up Lounge. Erstaunlicherweise entpuppten sich seine Vorführungen entgegen der Ankündigung als völlig unchaotisch, als er entgegen aller physikalischen Gesetze einen Esslöffel nur mit seinen psychischen Fähigkeiten zuerst verbiegen und dann auch noch verdrehen konnte. Danach wanderten vier Münzen von Hand zu Hand und ein Ring durchdrang mehrmals ein Seil. Zum Abschluss wanderte eine Zuschauerkarte zwischen zwei roten und zwei schwarzen Damen hin und her. ![]() Durch die Bühnenshow führte der hinlänglich bekannte Schwadroneur Sebastian von Schrammen (eigentlich ist seine Art der Moderation schon längst totgesagt) an diesem Abend sehr lebendig und animierte die Zuschauer zu zahlreichen Heiterkeitsausbrüchen. ![]() Im ersten Set auf der Bühne erschien Belu aus Minden, der als Mentalmagier zuerst mit einer Zuschauerin eine gedankliche Reise in ihre Kindheit unternahm und dabei das nur gedachte Bild aus einem Kinderbuch mit seinem siebenten Sinn erfassen konnte. Nach einer Mutprobe mit einem "Ehepaar", einem Ballon und einem Dartpfeil, begab er sich in das Reich der Toten und beschwor den Geist von Chantalle. Nachdem Chantalle sehr geräuschvoll eine Colaflasche ausgetrunken hatte, ließ sie auf zwei leeren Schiefertafeln ihr Autogramm und den Grund ihres Ablebens erscheinen. Dabei stellte sich heraus, dass Chantalle der geplatzte Ballon war, der bei der vorherigen Mutprobe sein Leben lassen musste. Nach dieser mentalen Sause proklamierte Sebastian von Schrammen die Pause. Kein Kommentar! ![]() Nach der Pause bekamen wir „Szenen einer Ehe“ zu sehen, die von „Rainer featuring Der Georg und Kathi“ überzeugend dargestellt wurden. Wir können davon ausgehen, dass in der Realität die beiden Herren nicht mehr unter den Lebenden weilen würden. Die drei jungen Wilden zeigten, wie der 9te Hochzeitstag eines Ehepaares verlaufen kann, wenn der Ehemann drei der schlimmsten vorstellbaren Voraussetzungen erfüllt: So ist Der Georg erstens Filialleiter einer Einzelhandels-Kette, zweitens ist er begeisterter Kartenzauberer und drittens ist er, als Schlimmstes von allen, mit Rainer befreundet. In ihrer Vorführung, die immer wieder von eigenen und Lachsalven der Zuschauer unterbrochen wurde, zeigten sie klassische Karten- und Seiltricks und eine Hommage an Loriot, bei der sie „Das Ei ist zu hart“ in „Das Bier ist zu warm“ umwandelten. Nachdem die beiden Herren dann die Bühne mit ihren Karten voll gemüllt hatten, bot Kathi dem Publikum als perfekte Hausfrau ein Blech selbst gebackenen Kuchen für die Pause an, der in selbiger vollständig verputzt wurde. Vor dem dritten Set gelang es Sebastian von Schrammen in einer Nerven aufreibenden Prozedur und mit Hilfe eines echten, alten Groschens herauszufinden, welcher Zuschauer lügt und welcher die Wahrheit sagte. Warum er dieses wertvolle, antike Geldstück (einer inzwischen fast toten Währung, aber wer weiß, was uns die Finanzkrise noch so bringt...) für einen Zaubertrick nutzte und nicht dazu durch Eintausch bei der Bundesbank seine Finanzen aufzubessern, verriet er nicht. ![]() Am Ende des Abends ließ Ninian die Kunst des 1871 verstorbenen Zauberkünstlers Robert Houdin wieder aufleben. Nachdem er mit seiner Gelddruckmaschine verschiedene Geldscheine aus Papier herstellte, „verarbeitete“ er den Ring einer Zuschauerin in einer Metallmühle zu Pulver und schoss dieses mit einer Vorderlader-Pistole ins Nichts. Doch auf einmal blühte ein Orangenbaum auf der Bühne und brachte echte Orangen zum Vorschein. Aus der letzten Orange am Baum erhoben sich zwei Schmetterlinge und zogen nicht nur ein vorher verschwundenes Tuch, sondern auch den verlorenen Ring der Zuschauerin hervor, der ihr von Ninian unversehrt wieder übergeben wurde. Lang anhaltender Applaus war nach dem Einsammeln des Hutgeldes der wohl verdiente Lohn für die Akteure, die diesen Abend im Zaubersalon gestaltet hatten. ![]() P.S.: Im nächsten ZauberSalon am 11. Oktober feiern wir bereits unseren dritten Geburtstag im Béi Chéz Heinz. Wer nicht so lange auf Zauberei warten möchte kann auch am 4. Oktober in die Marlene kommen zur Premiere der neuen Reihe HANNOVER ZAUBERT. Vormerken! ![]() |